Die Zukunft der Schönbornhalle

Im Wahlkampf wird der Bürgermeister nicht müde, den Abriss der Schönbornhalle zu verkünden. Leider kann er zu dem gleichzeitig verkündeten Hallenneubau keinerlei belastbare Informationen verkünden, so z.B. zu den Fragen:

  • Wo soll die neue Halle entstehen?
  • Ist die Gemeinde im Besitz der erforderlichen Grundstücke?
  • Welche Art Halle soll gebaut werden? Eine reine Sporthalle oder wieder eine Mehrzweckhalle? Gibt es für letzteres überhaupt noch einen Bedarf?
  • Warum soll eine Sanierung bei gleichzeitig weiterlaufendem (Not-)Betrieb der Halle nicht möglich sein? In Östringen, in Bruchsal und in Forst hat man das auch hinbekommen.
  • Was soll die neue Halle wirklich kosten – unter Berücksichtigung der Planungskosten, der Kosten für die notwendigen Parkflächen und die Aussenanlagen?
  • Wie hoch sind im Vergleich dazu Sanierungskosten für die alte Halle? Seriös geschätzt und nicht nur aus dem Bauch des Bürgermeisters heraus. Immerhin verschleppt der Bürgermeister seit Oktober 2017 eine hierzu vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Diskussion mit dem Architekturbüro im AUT (siehe Zeitschiene unten).
  • Wie verträgt sich der Abriss einer 44 Jahre alten Halle mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit. Die Herstellung eines einzigen Kubikmeters Beton verursacht 100 kg CO2 Emmissionen. Keine Privatperson käme auf die Idee, das eigene Wohnhaus nach ca. 40 Jahren abzureisssen – allerdings käme auch niemand auf die Idee, durch bewusstes Unterlassen einen Abriss herbeizuführen.

Hier ein Abriss dessen, was sich zum Thema Schönbornhalle in den letzten 4 Jahren getan hat:

  • 2015: Die Freien Wähler kritisieren, dass im Haushalt keine Mittel für dringend notwendige Sanierungsarbeiten im Haushalt enthalten sind.
  • 2016: Der Haushalt enthält Mittel für eine Dachsanierung. So begrüßenswert das ist, es reicht nicht aus für eine Generalsanierung. Der Bürgermeister lässt erstmals offen erkennen, dass er nicht sanieren, sondern abreissen will. In einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) im Juli wird eine Kostenschätzung für eine Generalsanierung vorgestellt. Diese beläuft sich auf ca. 6,8 Mio. EUR, enthält aber auch viele Dinge, die über deren Sanierungsbedarf gesprochen werden müsste. Hier scheint noch viel Spielraum zu sein, die Sanierungskosten zu senken. Der Bürgermeister wird gebeten, noch ein Brandschutzgutachten einzuholen, damit der Gemeinderat über ein Gesamtpaket entscheiden kann.
  • 2017: Auf Antrag der Freien Wähler wird in der Sitzung am 24.10. das Brandschutzgutachten, das bereits im März hätte vorgestellt werden sollen, endlich dem Gemeinderat zur Kenntnis gegeben. Der Gemeinderat beschliesst, dass weitere Beratungen im AUT unter Hinzuziehung des bisher beteiligten Architekturbüros erfolgen sollen. Bis heute hat der Bürgermeister das Thema nicht mehr auf die Tagesordnung genommen.
  • 2018: Erneute Forderung der Freien Wähler, endlich Mittel für eine Generalsanierung zur Verfügung zu stellen. Die Freien Wähler sehen zwar auch, dass die kurzfristig notwendige Generalsanierung des Schwimmbades Vorrang hat, trotzdem kritisieren wir die Strategie des Bürgermeisters, nur das absolute Minimum an Erhaltungs-massnahmen zu ergreifen und so den Sanierungsstau in die Höhe zu treiben, um sein Ziel des Hallenabrisses durchzusetzen.
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4 Gedanken zu „Die Zukunft der Schönbornhalle

  1. Günter Schmidt

    Nur mal so im Vergleich… Die Verbrennung von einem Kubikmeter Sprit (Benzin etwas weniger, Diesel etwas mehr) produziert ca. 2500kg CO2.

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    1. Robert Mächtel

      Die absolute Höhe der CO2 Emission ist hier doch gar nicht der Punkt. Es soll doch nur gezeigt werden, dass ein Abriß der Halle und ein anschliessender Neubau eine erhebliche Umweltbelastung darstellt – wobei in der angegebenen Zahl ja noch gar nicht die Emissionen enthalten sind, die durch den Abriß sowie den Abtransport und die Betonherstellung und Transporte für den Neubau verursacht werden. Das ganze für ein Gebäude, das erst gut 40 Jahre alt und durchaus sanierungfähig ist. Wer würde sein Privathaus nach 40 Jahren einfach abreißen anstelle zu sanieren?

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      1. Schmidt Günter

        Mein Privathaus ist zumindest dicht ;-).
        Ich streite nicht ab, dass eine Sanierung möglich ist.
        Bezweifle nur, dass es rentabel ist und während des Betriebs möglich ist. Wenn wir vom MGV unsere Konzerte nicht machen können, fehlen uns >20.000€ Einahmen, was der Verein finanziell nicht verkraften könnte.

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        1. Rüdiger Gerber Beitragsautor

          Schön, dass ihr Privathaus dicht ist. Die Schönbornhalle könnte es auch sein. Mit einer neuen Technik wurde vor ca. 2 oder 3 Jahren der Dachbereich über der Küche neu abgedichtet – und es war erfolgreich. Seither regnet es in diesem Bereich nicht mehr in die Halle. Leider wurde das Versprechen, dass diese neue Technik bei Erfolg für das ganze Dach angewendet werden soll, nicht eingelöst. Bzgl. Ihrer Zweifel ob der Rentabilität der Sanierung: Wie im Artikel ausgeführt, gibt es ein Sanierungsgutachten, über das aber nicht mehr intensiv diskutiert wurde, ob wirklich alle darin aufgeführten Posten gemacht werden müssen. Ausserdem: Auch eine neue Halle muss permanent ‚gepflegt‘ werden und leider zeigt die Erfahrung, dass permanente Erhaltungsmassnahmen nicht zu der Stärke der öffentlichen Verwaltung gehören. Neubau produziert die schöneren Bilder. Abschliessend noch zum Thema Hallenschliessung: In umliegenden Gemeinden gibt es genügend Beispiele, in denen Hallensanierungen bei laufendem (Teil-)betrieb erfolgten. Bei intelligentem Zeitmanagement lassen sich vielleicht auch Ferienzeiten für besonders kritische Arbeiten nutzen oder eine besondere Großveranstaltung, wie es das Konzert des MGV Langenbrücken fraglos ist, in ein Zeitfenster legen, wo gerade nicht eine besonderes aufwändige Baumaßnahme ansteht. Es ist eine Frage des Willens, diese Aspekte einmal konkret und genau zu untersuchen und dieser Wille fehlt bei Herrn Bürgermeister Huge.

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